Landkreis Dahme-Spreewald

Pilotkommune für Kommunale Gesamtkonzepte zur Unterstützung von Kindern aus sucht- und psychisch belasteten Familien

Als Pilotkommune hat der Landkreis Dahme-Spreewald eine Koordinierungsstelle im Dezernat IV -  Dezernat für Soziales, Jugend, Gesundheit, Integration, Kultur und Sport eingerichtet.

Koordinatorin vor Ort ist Elisa Florstedt.

Zum Flyer der Pilotkommune LDS

Ausgangslage

Der Landkreis Dahme-Spreewald ist durch unterschiedliche soziale und demografische Entwicklungen zwischen den berlinnahen und den ländlicheren Regionen geprägt. Während die nördlichen Bereiche stark wachsen, sind in den berlinferneren Teilen des Landkreises teilweise stagnierende oder rückläufige Bevölkerungsentwicklungen zu beobachten. Der Landkreis weist eine überdurchschnittlich hohe Geburtenrate sowie einen hohen Anteil von Alleinerziehenden in Bedarfsgemeinschaften auf.  

Im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe zeigen sich erhebliche Unterstützungsbedarfe. Die Zahl der Einschätzungen von Kindeswohlgefährdungen hat sich innerhalb weniger Jahre deutlich erhöht. Ebenso stiegen die Inobhutnahmen sowie die Leistungen der Hilfen zur Erziehung und der Eingliederungshilfe kontinuierlich an.  

Auch gesundheitliche und psychosoziale Belastungsfaktoren sind sichtbar. Analysen zeigen, dass insbesondere Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus häufiger von Entwicklungsauffälligkeiten betroffen sind. Darüber hinaus liegen die Konsumraten legaler und illegaler Suchtmittel bei Jugendlichen im Landkreis über dem Brandenburger Durchschnitt. Besonders auffällig sind die hohen Werte beim regelmäßigen Tabak- und Alkoholkonsum sowie eine sinkende Lebenszufriedenheit junger Menschen.  

Vor diesem Hintergrund besteht ein besonderer Bedarf, die Unterstützungs- und Versorgungsstrukturen für Kinder aus sucht- und psychisch belasteten Familien nachhaltig weiterzuentwickeln. 
 

Ziele

Die Verbesserung der Situation von Kindern aus sucht- und psychisch belasteten Familien ist im Landkreis bereits seit mehreren Jahren Gegenstand fachlicher Zusammenarbeit, unter anderem in Präventionsgremien sowie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Durch Fortbildungsangebote für Fachkräfte, die Beteiligung an den NACOA-Aktionswochen und die Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen wurden bereits wichtige Grundlagen geschaffen.  

Im Rahmen von Werkstattgesprächen und einem gemeinsamen Entwicklungsprozess von Gesundheitsamt, Jugendamt, Suchthilfe und weiteren Akteuren wurde deutlich, dass die bisherigen Aktivitäten an die Grenzen der bestehenden personellen Ressourcen stoßen. Gleichzeitig zeigte sich die Notwendigkeit eines abgestimmten, strukturierten und langfristig angelegten Vorgehens.  

Mit der Teilnahme am Modellprojekt verfolgt der Landkreis insbesondere folgende Ziele: 
 

  • Entwicklung und Umsetzung eines kommunalen Gesamtkonzepts für Kinder aus sucht- und psychisch belasteten Familien.  
  • Aufbau einer dauerhaften Koordinationsstruktur zur Steuerung, Abstimmung und Weiterentwicklung der Hilfen.  
  • Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe, Gesundheitswesen, Suchthilfe und weiteren relevanten Akteuren. 
  • Ausbau präventiver und unterstützender Angebote für betroffene Kinder, Jugendliche und Familien.  
  • Stärkung von Netzwerkstrukturen, Qualifizierungsangeboten für Fachkräfte und der öffentlichen Sensibilisierung für die Lebenslagen betroffener Kinder.  
  • Entwicklung nachhaltiger Strukturen, die über die Projektlaufzeit hinaus Bestand haben und politisch abgesichert werden.  
     

Umsetzungsstand

Im April 2026 startete mit der Besetzung der Koordinierungsstelle die praktische Umsetzung des Projekts im Landkreis Dahme-Spreewald.

Im Folgenden finden sich Einblicke in die Projektfortschritte in den Bereichen Steuerung und Planung, Umsetzung und Angebote, Vernetzung sowie Öffentlichkeitsarbeit und Qualifizierung.

  Steuerung und Planung
  • Die Koordinierungsstelle ist seit dem 01.04.2026 besetzt
  • Die Stelle ist als Stabsstelle beim Dezernat IV - Dezernat für für Soziales, Jugend, Gesundheit, Integration, Kultur und Sportangesiedelt.
  • Die Steuerungsgruppe ist in Konsolidierung und wird im Jahr 2026 einmal tagen.
  Umsetzung und Angebote
  • Es fanden zwei Werkstattgespräche mit Akteur*innen aus dem Handlungsfeld statt.
  • Die Bestandserhebung bzgl. existierender Angebote und zusätzlicher Bedarfe wird durchgeführt.
  Vernetzung
  • Themenschwerpunkt KipsFam in den Psychosozialen Arbeitsstellen (PSAGs) des Landkreises
  • Eine landkreisweite Fachtagung für Fachkräfte mit Fokus KipsFam ist für den 12.10.2026 geplant.
  • Eine Absichtserklärung zur ressortübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsamt und Jugendamt liegt vor.
  Öffentlichkeitsarbeit und Qualifizierung
  • Vorbereitungen laufen.