09.06.2026 | Suchtprävention, Suchthilfe, Glücksspiel, Spielsucht Brandenburg
Wenn das Fußballspiel zur Wettarena wird

Wettanbieter erwarten in Deutschland Einsätze von etwa einer Milliarde Euro anlässlich der Fußball WM der Männer. Die zunehmende Normalisierung von Sportwetten ist ein Risiko für Spielerschutz und Jugendschutz.
Die Fußball WM der Männer, die dieses Jahr in Kanada, Mexiko und den USA stattfindet, begeistert nicht nur mit Sportereignissen. Auch Anbieter von Sportwett-Angeboten nutzen diese Gelegenheit um eine sportbegeisterte Zielgruppe anzusprechen.
Aus der Sicht der Suchthilfe ist vor allem die Entwicklung hin zu Online-Sportwetten problematisch. Anders als beim Besuch eines Wettbüros können die Wetten durch die permanente Verfügbarkeit noch schneller abgeschlossen werden. Zusätzlich entfällt die soziale Kontrolle.
Livestreams von Fußballspielen lassen sich zum Teil sogar über Anbieterplattformen streamen. Durch diesen Schritt werden Fußballspiele und Sportwetten noch stärker verknüpft. Ein weiterer kritischer Aspekt ist die weit verbreitete Vorstellung, Fußball-Fachwissen sei eine Garantie für sichere Gewinne. Doch Sportwetten sind ein Glücksspiel, dessen Ausgang nicht durch Fachwissen kontrollierbar ist.
Problematisches Glücksspielverhalten kann zu finanziellen Schwierigkeiten, Überschuldung, familiären Konflikten und psychischen Belastungen führen. Im Land Brandenburg zeigen Hochrechnungen zufolge etwa 140.000 Erwachsene ein riskantes Glücksspielverhalten. Zusätzlich haben etwa 56.000 Erwachsene eine Glücksspielstörung. Ratsuchende finden in den kommunalen Suchtberatungsstellen oder online unter suchtberatung.digital professionelle Hilfe.
Weitere Informationen rund um das Thema Glücksspiel und Spotwetten finden Sie auf der Seite spielsucht-brandenburg.de und im Faktenblatt Gücksspiel im Land Brandenburg.