14.09.2026 | selbstbestimmt: Pressemeldungen

Landkreis Oder-Spree stärkt Hilfestrukturen für Kinder aus sucht- und psychisch belasteten Familien

Startschuss für die Entwicklung eines Kommunalen Gesamtkonzeptes zur Verbesserung der Versorgung Betroffener im Landkreis

Zwischen 88.000 und 117.000 Kinder und Jugendliche im Land Brandenburg wachsen Hochrechnungen zufolge in einer sucht- oder psychisch belasteten Familie auf. Für viele von ihnen gehören Vernachlässigung, Scham und Isolation zum Alltag. Zudem tragen sie ein bis zu 7-fach erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken. Frühzeitige Hilfeangebote und verlässliche Ansprechpersonen sind entscheidend für die kindliche Resilienz und einen gesunden Entwicklungsverlauf. Doch um betroffene Kinder erkennen und unterstützen zu können, braucht es ein gemeinsames Vorgehen der kommunalen Akteur*innen aller Berufsfelder, die in ihrem Alltag mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben. Das Projekt selbstbestimmt der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. unterstützt mit Förderung der Auridis Stiftung den Aufbau solcher Kommunalen Gesamtkonzepte in drei Pilotkommunen im Land Brandenburg. Der Landkreis Oder-Spree startet als eine von drei Pilotkommunen in die Umsetzung.

Mit der Förderung der Entwicklung Kommunaler Gesamtkonzepte zielt die BLS im Projekt selbstbestimmt darauf ab, die Lebenssituation zu verbessern und ein gesundes Aufwachsen von Kindern aus sucht- und psychisch belasteten Familien zu ermöglichen. Exemplarisch soll hierfür die Entwicklung Kommunaler Gesamtkonzepte in drei Pilotkommunen begleitet und anschließend auf weitere Kommunen übertragen werden. Die Auswahl fiel auf die Landkreise Dahme-Spreewald (LDS), Oder-Spree (LOS) und Havelland (HVL).

Der Landkreis Oder-Spree verfolgt bereits seit mehreren Jahren das Ziel, die Versorgung von Kindern und Jugendlichen in psychischen Krisen sowie von Kindern aus sucht- und psychisch belasteten Familien systematisch zu verbessern. Hierfür wurde bereits ein multiprofessionelles Team im Kinder- und Jugendbereich aufgebaut und ein erstes Gruppenangebot für betroffene Kinder eingerichtet. Um die vorhandenen Strukturen weiter auszubauen und zu vernetzen, hat der Landkreis im Juni 2026 eine Koordinierungsstelle eingerichtet und beginnt als Pilotkommune mit der Entwicklung eines kommunalen Gesamtkonzepts.

Andrea Hardeling, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen e. V.  „Als Landesstelle für Suchtfragen sehen wir täglich, wie groß der Bedarf an verlässlichen Unterstützungsstrukturen für Kinder aus sucht- und psychisch belasteten Familien im gesamten Land Brandenburg ist. Kommunale Gesamtkonzepte sind dafür ein entscheidender Baustein: Sie ermöglichen, dass regionale Akteur*innen systematisch zusammenarbeiten und Kinder überall dort erreicht werden, wo sie leben und aufwachsen. Die Entwicklung einer guten Zusammenarbeit der Akteur*innen in den Pilotkommunen LOS, LDS und HVL ist ein wichtiges Signal – denn nur wenn Kommunen, Land und Fachstellen gemeinsam Verantwortung übernehmen, können wir die Lebenssituation dieser Kinder nachhaltig verbessern.“

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