17.02.2026 | selbstbestimmt: Pressemeldungen

COA-Aktionswoche 2026: Gemeinsam Verantwortung übernehmen für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Brandenburgische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (BLS) fordert nachhaltige Strukturen für Prävention und Unterstützung Betroffener

Schätzungen zufolge wachsen allein im Land Brandenburg zwischen 88.000 und 117.000 Kinder unter 18 Jahren mit mindestens einem sucht – oder psychisch erkrankten Elternteil auf. Bundesweit sind es 3 bis 4 Millionen. Für die betroffenen Kinder bedeutet das häufig einen Alltag, der von Unsicherheit und Sorgen geprägt ist. Sie übernehmen früh Verantwortung und stellen ihre eigenen Bedürfnisse zurück, um das Verhalten der Eltern zu decken. Die COA-Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien rückt diese Kinder in den Fokus. Unter dem Motto „Wir werden sichtbar“ ruft Nacoa Deutschland vom 22. bis 28. Februar 2026 Fachkräfte bundesweit dazu auf, für die besonderen Herausforderungen der Betroffenen zu sensibilisieren und Hilfsangebote bekannt zu machen.

Um Kinder aus sucht- und psychisch belasteten Familien zu unterstützen, braucht es sensibilisierte Fachkräfte in Kitas, Schulen, Jugendhilfe und Gesundheitswesen, die Warnsignale frühzeitig erkennen. Für ein effektives Hilfesystem ist außerdem die Vernetzung der verschiedenen Strukturen unerlässlich. An beiden Zielen arbeitet das Projekt selbstbestimmt – Prävention für Kinder aus sucht- und psychisch belasteten Familien. Gefördert vom GKV-Bündnis für Gesundheit in Brandenburg, der Auridis Stiftung und mit Unterstützung des Ministeriums für Gesundheit und Soziales (MGS) schärft das Projekt durch Fachkräftefortbildungen und Öffentlichkeitsarbeit die Wahrnehmung des Themas und initiiert und begleitet die Entwicklung und Umsetzung Kommunaler Gesamtkonzepte zur Verbesserung der Versorgungssituation betroffener Kinder in 3 Brandenburger Pilotkommunen.

Die BLS beteiligt sich jährlich mit kostenfreien Fortbildungen, Presse und Infoposts auf dem BLS-Instagram-Kanal an der COA-Aktionswoche für suchtbelastete Familien. In diesem Jahr lädt findet für interessierte Fachkräfte am 23.02.2026 eine Vorführung des Kurzfilms „Erinnerungen einer vergessenen Kindheit“ im Thalia Kino in Potsdam. Der Film veranschaulicht die Herausforderungen im Alltag eines Schulkindes mit suchterkrankten Eltern. In der anschließenden Podiumsdiskussion nehmen Vertreter*innen aus Politik, Schulsozialarbeit und Jugendhilfe die besonderen Bedarfe von Fachkräften in der Arbeit mit Betroffenen in den Blick.

Andrea Hardeling, Geschäftsführerin der BLS e.V.: „Kinder in suchtbelasteten Familien sind dauerhaft einem ungesund hohen Stressniveau ausgesetzt, da sie häufig Aufgaben und Verantwortlichkeiten übernehmen müssen, die für ihr Alter nicht angemessen sind. Zusätzlich ist ihr eigenes Risiko für eine Sucht oder psychische Erkrankung deutlich erhöht. Um dennoch eine gesunde Entwicklung dieser Kinder zu ermöglichen, müssen Hilfesysteme vor Ort gut zusammenarbeiten und gemeinsam die Verantwortung tragen.“

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