13.02.2025 | selbstbestimmt: Pressemeldungen

COA-Aktionswoche: Laut werden für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Engagierte bundesweit verdeutlichen Unterstützungsbedarf

Etwa jedes sechste Kind im Land Brandenburg lebt in einem suchtbelasteten Haushalt. Der Alltag dieser Kinder ist häufig von Ängsten und Scham geprägt. Etwa ein Drittel von ihnen entwickelt im Laufe des Lebens ebenfalls eine Sucht und ein weiteres Drittel eine andere psychische Erkrankung. Daher ruft NACOA Deutschland im Februar wieder dazu auf, für die Betroffenen laut zu werden. Im Rahmen einer bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien sind Fachkräfte und Engagierte vom 16. bis 22. Februar 2025 dazu eingeladen, Öffentlichkeit und Politik gemeinsam mit vielfältigen Aktivitäten und Veranstaltungen auf das Schicksal und die notwendige Unterstützung der Kinder und Jugendlichen aufmerksam zu machen.

Bereits zum 16. Mal findet die COA-Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien (Children Of Addicts) statt. Initiativen wie diese sorgen dafür, dass das Thema auch politisch Gehör findet. Im vergangenen Jahr machten sich so gleich mehrere Parteien in einem gemeinsamen Antrag im Bundestag dafür stark, Prävention für Kinder aus suchtbelasteten Familien zu stärken und erhielten in einer Anhörung vor dem Familienausschuss im Dezember 2024 für die vorgeschlagenen Maßnahmen großen Zuspruch von Sachverständigen.

Im Land Brandenburg gründete sich die Landesinitiative „Kindeswohl im Blick“, bestehend aus Partnerinnen und Partnern der Brandenburger Landesrahmenvereinbarung zur Umsetzung der Nationalen Präventionsstrategie und unter Beteiligung der BLS und weiterer Akteurinnen und Akteure, um die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Wichtige Zielgruppe sind Kinder aus sucht- und psychisch belasteten Familien. Durch die Landesinitiative sollen der Wissenstransfer für Hilfen und die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen verbessert werden.

Auch das GKV-Bündnis für Gesundheit nimmt den Unterstützungsbedarf ernst und strebt an, das Präventionsprojekt selbstbestimmt der BLS zu verlängern.

„Es ist ein Teufelskreis: Kinder, die in suchtbelasteten Familien aufwachsen, haben ein hohes Risiko, selbst einmal an einer Sucht zu erkranken. Um dem entgegenzuwirken, hilft nur Prävention. Umso wichtiger ist es, frühzeitige Angebote für die Kinder zu schaffen und ihnen – auch unter diesen erschwerten Bedingungen – ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen. Denn nur so kann dieser Teufelskreis letztlich durchbrochen und aus den Kindern können gesunde Erwachsene werden“, sagt Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost stellvertretend für alle gesetzlichen Krankenkassen und -verbände, die sich im GKV-Bündnis für Gesundheit zusammengeschlossen haben.

Britta Müller, Ministerin für Gesundheit und Soziales des Landes Brandenburg: "Wir können gar nicht laut genug werden, wenn es um die Gesundheit und die Zukunftsperspektiven unserer Kinder geht! Und das gilt für die gesamte Gesellschaft. Viel zu oft wird das Schicksal von Kindern aus suchtbelasteten Familien noch tabuisiert oder ignoriert. Aber sie sind es, die darunter am meisten leiden. Es gibt in Brandenburg eine Fülle niedrigschwelliger Unterstützungsangebote. Darauf wollen wir mit der Aktionswoche gemeinsam aufmerksam machen."

Andrea Hardeling, Geschäftsführerin der BLS: „Kinder aus suchtbelasteten Familien benötigen frühzeitige Unterstützung, um sich gesund entwickeln zu können. Das bedeutet auch, dass Fachkräfte unterschiedlicher Einrichtungen wie Kita, Schule und Jugendamt qualifiziert und vernetzt sind, um betroffene Kinder zu erkennen und unterstützen zu können. Auch in Zeiten extremer Sparhaushalte darf nicht bei den Kindern gespart werden.“

Im Rahmen der COA-Aktionswoche wird vom 16. bis 22. Februar 2025 bundesweit auf Unterstützungsmöglichkeiten und Maßnahmen für Kinder aus suchtbelasteten Familien aufmerksam gemacht.

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